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St. Marienkirche Bad Segeberg

Fördervertrag unterschrieben

27.07.2010 | Kiel/Bad Segeberg - Der Stellvertreter des Bischofs im Sprengel Schleswig und Holstein in der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche (NEK), Propst Stefan Block, und Pastor Martin Pommerening von der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Segeberg nahmen Dienstag (27. Juli) einen Fördervertrag für die Bausanierungen in der Kirche St. Marien in Bad Segeberg entgegen.

Unterzeichnung des Fördervertrags
Unterzeichnung des Fördervertrags

Überbracht wurde der Fördervertrag in Höhe von 30.000 Euro von Gerhard Eichhorn vom Vorstand der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) und Thomas Begrich von der Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmale (KiBa). Die Gemeinde erhält unter anderen weitere Hilfe vom Kirchenkreis sowie von der August-Oetker- und der Hermann-Reemtsma-Stiftung.

Der Stellvertreter des Bischofs, Propst Block, bedankte sich im Namen der Nordelbischen Kirche für die finanzielle Sanierungsunterstützung der St. Marienkirche bei allen Spendern. Er machte deutlich, wie wichtig der Aspekt der Denkmalpflege für die Nordelbische Kirche ist, die mit 403 Kirchen und Kapellen, 145 Gemeinde- und Pfarrhäusern sowie sonstigen Objekten und Liegenschaften, der größte Denkmaleigentümer in Schleswig-Holstein ist. „Rund 13,5 Millionen Euro pro Jahr wendet die Nordelbische Kirche für den Bauunterhalt denkmalgeschützter kirchlicher Gebäude in Schleswig-Holstein sowie weitere 450.000 Euro für die Restaurierung denkmalgeschützter Ausstattung auf. Das sind gut zehn Prozent des Kirchensteueraufkommens“, so Block. Gleichwohl sei die NEK aufgrund der weit höher liegenden realen Kosten für den Erhalt der Kirchen auf Unterstützungen wie zum Beispiel von der DSD, der KiBa oder auf Landeszuschüsse angewiesen.

„Die Kirchen im Lande haben nicht nur für die Christinnen und Christen vor Ort eine große Bedeutung, sondern auch für den örtlichen Tourismus“, äußerte Propst Block. Demzufolge dürften auch die Auswirkungen auf das Gewerbe- und Mehrwertsteueraufkommen beträchtlich sein. Alleine den Schleswiger Dom und die Kieler Nikolaikirche besuchten jährlich jeweils etwa 200.000 Menschen, in der Lübecker Marienkirche seien es sogar eine Million.

Auch Pastor Martin Pommerening von der Kirchengemeinde Segeberg dankte der DSD und der KiBa für den Fördervertrag und verwies auf den touristischen Stellenwert der Kirche. „Die St. Marienkirche ist ein wichtiges Wahrzeichen der Stadt Bad Segeberg. Im Zuge der anstehenden Renovierungsarbeiten konnten wir feststellen, wie sehr sich die Menschen hier im Ort mit dieser Kirche identifizieren, selbst wenn sie nicht zu unserer Kirchengemeinde gehören. Mit unglaublichem Ideenreichtum haben sie sich Spendenaktionen einfallen lassen, um die 600.000 Euro mit aufzubringen, die der Kirchengemeinde fehlen, um die Kosten von 2,6 Millionen Euro zu decken. Umso mehr freuen wir uns, dass auch die DSD und die KiBa die St. Marienkirche uns mit dem Fördervertrag bei dieser Arbeit unterstützen“, führte Pommerening fort. Mit den Spenden werde nun der Innenraum wieder hergerichtet.

Die St. Marienkirche direkt am Marktplatz in der Fußgängerzone ist eines der bedeutendsten romanischen Bauwerke in Norddeutschland. Die Grundsteinlegung erfolgte in der Zeit Vicelins als Klosterkirche des Klosters Segeberg, einem ehemaligen, in der Reformation aufgehobenen Kloster der Augustiner.1199 wird der jetzige Kirchbau erstmals urkundlich erwähnt. Im Laufe der Vorreformationszeit und während der Reformationszeit wurden zahlreiche Umbauten vorgenommen. Die St. Marienkirche ist eine der wenigen Basiliken, die im romanischen Bau wiederhergestellt worden ist. Der Baubeginn ist in das Jahr 1156 datiert. Eines der bedeutendsten Kunstwerke der Kirche ist der prachtvolle Schnitzaltar aus dem 16. Jahrhundert. Der Flügelaltar aus dem Jahre 1515 erzählt die Passion Jesu und wurde wahrscheinlich von Henning von der Heide in Lübeck gefertigt.



 

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