Zum Rücktritt von Bischöfin Maria Jepsen
16.07.2010 | Der Rücktritt von Maria Jepsen schmerzt uns als Nordelbische Kirche außerordentlich. Wir sehen mit großem Bedauern und Respekt auf diese persönliche Entscheidung. Mit Maria Jepsen verlieren wir eine gute und erfahrene Bischöfin, auf die unsere Kirche immer bauen konnte.

Pressekonferenz zum Rücktritt von Bischöfin Maria Jepsen mit Bischof Gerhard Ulrich, Vorsitzender der Kirchenleitung (mi) und Propst Dr. Karl-Heinrich Melzer (li)
Sie wird uns als Bischöfin fehlen, auch weil sie sich wie kaum eine andere Vertreterin der evangelischen Kirche immer an die Seite der Opfer und Benachteiligten in unserer Gesellschaft stellt.
Maria Jepsen hat sich, seit sie im Jahr 1992 als weltweit erste Frau ein lutherisches Bischofsamt übernahm, unserer Kirche und der weltweiten Ökumene wichtige Impulse gegeben. Ganz besonders hat sie sich für die Sache der an Leib und Seele gequälten Menschen eingesetzt. Das hat ihr viel Anerkennung, aber auch manche Anfeindung eingetragen.
Es ist daher eine besondere Tragik, dass Bischöfin Jepsen mit ihrem Rücktritt Verantwortung für etwas übernimmt, das ihr in keiner Weise als persönliche Schuld angelastet werden kann und darf. Sie hat im Rahmen ihrer Verantwortung getan, was zu tun nötig war – gerade auch in der Frage des Umgangs mit sexuellem Missbrauch.
Zu den Vorfällen in Ahrensburg wiederholt die Kirchenleitung, was ich als ihr Vorsitzender gestern schon sagte: Wir sehen mit Abscheu und Scham auf das, was in Ahrensburg und an anderen Orten Menschen von Pastoren und Mitarbeitern unserer Kirche angetan worden ist.
Sexueller Missbrauch wird in keiner Weise und zu keiner Zeit geduldet, sondern er wird aufgeklärt und rechtlich verfolgt. Das war, das ist und das bleibt ein Grundsatz, auf den unsere Kirche sich verpflichtet.
Wir haben in der Vergangenheit bewiesen, dass es uns Ernst ist mit dem Einsatz gegen sexuelle Gewalt. In Bezug auf Ahrensburg scheint es so zu sein, dass zu einer bestimmten Zeit in unseren Strukturen nicht angemessen mit allen Informationen umgegangen worden ist. Bis Ende Juli wird ein erster Zwischenbericht dazu vorliegen.
Die Kirchenleitung dankt Bischöfin Maria Jepsen für den langen und segensreichen Dienst in und an unserer Kirche. Ich sage ihr auch persönlich Dank für die Begleitung und die geschwisterliche Art des Umgangs miteinander.
Möge Gottes Segen dich auf deinem weiteren Weg begleiten.
Bischof Gerhard Ulrich
Vorsitzender der Kirchenleitung
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- Datum 16.07.2010
- Quelle Pressestelle Nordelbien
- Autorinnen Thomas Kärst | dg
- Foto Sven Kriszio / Evangelische Zeitung
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- Schlagworte Nordelbische Kirche | Kirchenleitung | Bischöfin Maria Jepsen