Jüdische Gemeinde eröffnet Kindergarten
30.07.2010 | Bad Segeberg (epd). Schleswig-Holsteins erster Kindergarten einer Jüdischen Gemeinde nimmt am Montag (2. August) in Bad Segeberg seine Arbeit auf.
Weil noch Sommerferien sind, werden anfangs noch nicht alle Kinder kommen, sagte der Gemeindevorsitzende Walter Blender dem epd. Das große Einweihungsfest wird voraussichtlich im September gefeiert.
Bis zu 15 Kinder im Alter von sechs Monaten bis zum Schuleintritt werden hier aufgenommen. Das Angebot richte sich an alle Kinder unabhängig von ihrer Religion und Herkunft, sagte Blender. Es handele sich um einen interreligiösen und interkulturellen Kindergarten in jüdischer Trägerschaft. Eine einseitige religiöse Ausprägung der Arbeit werde es nicht geben.
Der Kindergarten ist im Mühlenturm am Jüdischen Gemeindezentrum (Jean-Labowsky-Weg 1) untergebracht. Er ist insgesamt 135 Quadratmeter groß. Rund 110.000 Euro sind investiert worden. Es gab finanzielle Hilfen unter anderem von der EU und vom Zentralrat der Juden in Deutschland. Geöffnet ist er von 8 bis 16 Uhr.
Benannt ist der Kindergarten nach "Sidonie Werner". Die 1860 geborene und im Dezember 1932 gestorbene Jüdin gründete 1908 in Bad Segeberg ein Heim für bedürftige jüdische Kinder. Von 1920 bis 1939 trug dieses Heim den Namen "Sidonie-Werner-Heim". Als Mitbegründerin des Jüdischen Frauenbundes setzte sie sich für die Rechte jüdischer Frauen und Mädchen ein. Ebenso engagierte sich Werner als Vorsitzende des Israelitsch-humanitären Frauenvereins Hamburg und im Vorstand der Zentralwohlfahrtstelle der Juden in Deutschland.
Im "Sidonie-Werner-Kinderhaus" werden drei Erzieherinnen arbeiten. Eine von ihnen ist eine jüdische deutschsprachige Fachkraft. Die Arbeit im Kinderhaus basiert dem Konzept zufolge "auf der humanitären Arbeit mit Kindern im Gedenken an Sidonie Werner". Dabei sei ein "menschenwürdiger, achtsamer und schützender Umgang" mit Kindern selbstverständlich wie auch "religiöse und politische Toleranz und Achtung vor dem Mitmenschen und seinen Überzeugungen".
Weitere Nachrichten:
Henning Scherf: Wohin mit den Alten?
02.09.2010 | lesen...
SuizidpräventionBürgerbeauftragte fordert Ausbildung
01.09.2010 | lesen...
Kirchenkreis OstholsteinPropst Otto-Uwe Kramer 20 Jahre im Amt
01.09.2010 | lesen...
Bildungszentrum ArcaAusstellung afrikanischer Kunst
01.09.2010 | lesen...
Zentralrat Sinti und RomaIntegration gefordert
30.08.2010 | lesen...
St. NikolaiHamburger Knabenchor wird 50
30.08.2010 | lesen...
Nordelbische KircheAltbischof Knuth wird 70 Jahre alt
30.08.2010 | lesen...
Margot Käßmann:"Sarrazins Äußerung menschenverachtend"
27.08.2010 | lesen...
Evangelische ZeitungGehorsam: Eine Gratwanderung
26.08.2010 | lesen...
Aktion "WunschNacht"Einmal auf dem Michel schlafen
25.08.2010 | lesen...
- Datum 30.07.2010
- Quelle epd
- Autorinnen epd Nord | Jörg Fenske
- Leserbrief E-Mail verschicken
- Artikel Drucken | PDF | empfehlen
- Schlagworte Kinder | Judentum
Arme fotografieren Armut
Kiel. Unter dem Titel "Ungeschminkt" ist am Donnerstag in Kiel eine Ausstellung zur Armut eröffnet worden, für die Arme und Obdachlose selbst die Fotos geliefert haben. 02.09.2010 | lesen...
In Hamburg: China ganz nah
Hamburg. Zweieinhalb Wochen feiert Hamburg die "China Time 2010". Vom 9. bis 25. September stehen rund 200 Veranstaltungen auf dem Programm dieser Senatsinitiative, die 2006 gegründet wurde und in diesem Jahr bereits zum dritten Mal stattfindet. 02.09.2010 | lesen...
Maria Jepsen will Hamburg verlassen
Hamburg. Erstmals nach ihrem Rücktritt am 16. Juli hat sich die bisherige Hamburger Bischöfin Maria Jepsen (65) zu ihren Beweggründen geäußert. 01.09.2010 | lesen...
Kostenlose Pflege-Beratung
Hamburg. Die Hamburger Diakonie übernimmt die Hamburger Angehörigenschule in ihre Trägerschaft und sichert damit ihre Finanzierung. 01.09.2010 | lesen...