Innenstadtkirche nimmt Eintritt
10.03.2010 | Lübeck (epd). Wer die Lübecker Innenstadtkirche St. Marien kostenlos besuchen will, muss sich beeilen.

St. Marien
Von Montag (15. März) an kostet der Eintritt einen "Marientaler" - das sind zwei Euro.
Dafür erhalten die Besucher ein kleines mehrsprachiges Heft mit Informationen über St. Marien, bestätigte Marienpastorin Ina von Kortzfleisch dem epd.
Studierende, Hartz-IV-Empfänger und Besucher in Touristengruppen zahlen nur 1,50 Euro, Kinder, Jugendliche und Gottesdienstbesucher haben freien Eintritt.
Hintergrund der Maßnahme sind die schwindenden Einnahmen der Gemeinde. Nach eigenen Angaben werden nur 17 Prozent der Kosten von Kirchensteuern gedeckt. Der Rest wird durch Vermietungen, Veranstaltungen und Spenden aufgebracht.
Bereits im Sommer hatte die Ankündigung des Eintrittsgeldes für Schlagzeilen gesorgt. Vor allem der Eintritt für Kinder und Jugendliche war auf Kritik gestoßen - auch bei Bischöfin Maria Jepsen. Im November stellte die Gemeinde dann eine überarbeitete Gebührenliste vor, nach der Kinder und Jugendliche freien Eintritt haben. Auch wer die Kirche zum Gebet aufsucht, muss nicht zahlen. Die Höhe von zwei Euro orientiert sich am Lübecker Rathaus.
Die Vorbereitungen seien planmäßig abgeschlossen, sagte Pastorin von Kortzfleisch. Der Eingang sei umgestaltet und ein Helfer-Team für den Empfang zusammengestellt worden. Die Besucher sollen künftig "zugewandt" begrüßt werden. Auf eine penible Kontrolle etwa der Hartz-IV-Berechtigung werde erst einmal verzichtet.
Ob sich die einzelnen Regelungen bewähren, werde sich in den nächsten Monaten zeigen. Die Gemeinde betrete hier "Neuland".
Die 750 Jahre alte Marien-Kirche mit ihren beiden mächtigen Türmen ist mit 38 Metern Deckenhöhe die größte Backstein-Basilika der Welt. Sie war die erste hochgotische Ostsee-Kirche und Vorbild für rund 70 weitere Backsteinkirchen wie in Wismar, Stralsund, Danzig und Riga.
Rund eine Million Besucher werden hier pro Jahr gezählt - weit mehr als im benachbarten Dom.
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