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Vorschule oder Kita?

Hamburger Kita-Träger starten Bildungsoffensive

05.03.2010 | Hamburg (epd). Die Träger der Kindertagesstätten (Kita) in Hamburg haben die Ankündigung des Senats begrüßt, die Zweigleisigkeit von Vorschule und Kita in der Hansestadt überprüfen zu wollen.

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Hamburg ist das einzige Bundesland mit einem solchen parallelen System. Zugleich kündigten die Kita-Träger am Mittwoch eine neue Info-Kampagne an, die sich unter dem Motto "Kita - weil Bildung mehr ist als Lernen" für den "Bildungsort Kita" ausspricht.

Über 900 große Banner sollen an den Hamburger Kitas auf die Aktion hinweisen.

"Unser Wunschmodell ist die Aufgabe der Vorschule", sagte Franziska Larrá, Geschäftsführerin der Vereinigung Hamburger Kindertagesstätten. Kitas stellten für Kinder eine vertraute Umgebung dar, die sie von klein auf kennen.

Besonderer Wert werde auf gezielte Sprachförderung und den kreativen, musischen Ausdruck gelegt. Kitas vermittelten naturwissenschaftliche Grunderfahrungen und "hohe Erlebniswerte", auch im gemeinschaftlichen sozialen Lernen.

Auch der Hamburger Landeselternausschuss (LEA) unterstütz die Kitas in diesem Anliegen. "Wir plädieren eindeutig für die Kitas statt für die Vorschule", sagte LEA-Vertreter Bodo Heuer. Die bisherige Parallelität sei ein Beispiel dafür, dass Konkurrenz nicht immer das Geschäft belebe. Voraussetzung sei allerdings, dass wirklich alle Kitas verlässliche Bedingungen schaffen und zum Beispiel Lernwerkstätten einrichten.

Nach Angaben von Sabine Kümmerle, Geschäftsführerin vom Alternativen Wohlfahrtsverband SOAL, liegt das Verhältnis Vorschule-Kita in Hamburg derzeit bei fast 50:50. Insgesamt 6.917 Fünfjährige besuchen derzeit die Vorschule, 6.873 Fünfjährige eine Kita. "Bundesweit haben sich Kitas als Bildungsorte für Kinder im Vorschulalter bewährt und durchgesetzt", fügte sie hinzu. Zuletzt hatte Berlin die Vorschule abgeschafft (2006).

Gabi Brasch vom Vorstand des Diakonischen Werks Hamburg betonte die Vorteile eines Angebots für Kinder im Vorschulalter "aus einer Hand". Bei den Eltern stifte die doppelte Struktur häufig Verwirrung. Kita und Schule würden oft als grundsätzlich konkurrierende Systeme wahrgenommen: "Dabei sollten sie doch eigentlich zum Wohle der Kinder eng zusammenarbeiten", sagte Brasch.

Eine eindeutige Abgrenzung zwischen der Zeit in der Kita und in der Schule mache den besonderen Stellenwert beider Bildungseinrichtungen deutlicher. Außerdem würden Kosten gespart: Der hohe Verwaltungs- und Koordinierungsaufwand falle weg, um zum Beispiel Kinder berufstätiger Eltern am Nachmittag und in den Ferien zu betreuen. Jüngst veröffentlichte Studien, wonach die Vorschule kostengünstiger sei, bezeichnete Brasch als "nicht solide".

Die Aktion "Kita - weil Bildung mehr ist als Lernen" wird unterstützt von allen Kita-Trägern.

In der Arbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (AGFW) zusammengeschlossen sind dabei die Träger Arbeiterwohlfahrt AWO, Caritas, Diakonie, Deutsches Rotes Kreuz Hamburg und Paritätischer Wohlfahrtsverband. Hinzukommen die Vereinigung Hamburger Kindertagesstätten und der Alternative Wohlfahrtsverband SOAL.



 

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