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Umwelt

Kirche macht gegen CO2-Endlager mobil

16.06.2009 | Leck/Kiel (epd). Die evangelische Kirche macht gegen ein mögliches CO2-Endlager im Kreis Nordfriesland und Teilen von Schleswig-Flensburg mobil.

So hat der Vorstand der Kirchengemeinde Leck (Kreis Nordfriesland) beschlossen, Firmen den Zugang zu ihren Ländereien zu verwehren, die dort seismographische Messungen oder Testbohrungen starten wollen. Auch Nordelbiens Umweltpastor Thomas Schaack hat sich am Dienstag gegen die Bohrungen ausgesprochen.

Damit stellen sich Kirchengemeinde und der Umweltbeauftragte der Nordelbischen Kirche hinter die besorgte Bevölkerung. Die Kreisbauernverbände Südtondern, Husum-Eiderstedt und Flensburg hatten jüngst die Planungen für die Probebohrungen ebenfalls kritisiert und das Endlager strikt abgelehnt. Sie riefen die Landwirte dazu auf, dem Konzern RWE-Dea die Zustimmung zum Betreten ihrer Grundstücke zu verweigern und so die Bohrungen zu verhindern.

Nach Einschätzung des Kirchenvorstands Leck sind "die Risiken dieser Technologie gegenwärtig nicht abzusehen". Aus Verantwortung gegenüber der Schöpfung müsse in erster Linie dafür gearbeitet werden, CO2 aus Kohlekraftwerken so viel wie möglich zu vermeiden. Zugleich müsse verstärkt Energie regenerativ gewonnen werden, heißt es in einer Erklärung, die der evangelischen Wochenzeitung "Die Nordelbische" zugeleitet wurde.

Schaack sagte, dass die Speicherung von CO2 in geologischen Strukturen im Untergrund Norddeutschlands "die Verlängerung einer veralteten und höchst gefährlichen Technologie" bedeute. Ob die Speicherung selbst funktioniere, sei noch unsicher. "Der Bau einer CO2-Pipeline aus dem Ruhrgebiet nach Nordfriesland, für die dann auch noch der Steuerzahler bezahlen soll, ist eine verrückte Idee", sagte der Umweltbeauftragte dem epd.

Die Zukunft der Energiepolitik kann nach Schaacks Ansicht nur in der Senkung des Energieverbrauchs und im Einstieg in erneuerbare Energien liegen. "Damit kann Deutschland als CO2-Emittent im großen Stil ein Zeichen setzen und für viele Schwellen- und Entwicklungsländer ein Vorbild sein", sagte der evangelische Theologe.

Die Kirchengemeinde Leck lädt besorgte Bürger zu einer wöchentlichen Andacht mittwochs um 18.00 Uhr in der St. Willehad-Kirche ein. In dieser halben Stunde können sich Menschen Zeit nehmen, "in Gemeinschaft Sorgen und Hoffnungen miteinander und mit Gott zu teilen". Die erste Andacht findet am morgigen Mittwoch (17. Juni) statt.



 

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