Armut ist eine "ökonomische Zeitbombe" - Kinderrechte ins Grundgesetz
18.09.2008 | Hamburg (epd). Die Kinderarmut in Deutschland ist nach Ansicht des Deutschen Kinderschutzbundes (DKSB) eine "ökonomische Zeitbombe".
Rund 2,5 Millionen Kinder und Jugendliche würden in Deutschland auf Sozialhilfeniveau leben, sagte DKSB-Präsident Heinz Hilgers (60) am Mittwoch in Hamburg anlässlich des Weltkindertages 2008 am 20. September.
Ein Aufwachsen in Armut habe negative Folgen für Bildung und Gesundheit sowie für die kulturelle und soziale Teilhabe, so Hilgers weiter. Dringend erforderlich sei ein eigener, bedarfsgerechter Hartz IV-Regelsatz für Kinder sowie ein Kinderzuschlag für einkommensschwache Familien. Mittelfristig müsse eine Kindergrundsicherung eingeführt werden.
Allein in Hamburg würden rund 61.000 Kinder und Jugendliche in Armut leben, sagte der Landesvorsitzende Prof. Wulf Rauer (63). Mit einem Anteil von 22,5 Prozent sei fast jedes vierte Kind "in einer der reichsten Metropolregionen Europas" von den Folgen der Armut betroffen.
Überfällig sei die Aufnahme der UN-Konvention über die Rechte des Kindes in das Deutsche Grundgesetz. Zwar habe die Bundesrepublik 1992 die UN-Konvention ratifiziert. Doch der daraus erwachsenden Verpflichtung komme Deutschland nicht nach, sagte Hilgers. Allein die Aufnahme ins Grundgesetz könne garantieren, dass die Kinderrechte in den Ausführungsbestimmungen für die konkrete Gesetzgebung als Maßstab berücksichtigt würden.
Der Deutsche Kinderschutzbund wurde 1953 gegründet und hat nach eigenen Angaben rund 50.000 Mitglieder sowie 5.000 hauptamtliche Mitarbeiter in 16 Landes- und 426 Ortsverbänden. Rund 10.000 Menschen sind ehrenamtlich aktiv. Im August 2008 wurde die Bundesgeschäftsstelle von Hannover nach Berlin verlegt.
Weitere Nachrichten:
Henning Scherf: Wohin mit den Alten?
02.09.2010 | lesen...
SuizidpräventionBürgerbeauftragte fordert Ausbildung
01.09.2010 | lesen...
Kirchenkreis OstholsteinPropst Otto-Uwe Kramer 20 Jahre im Amt
01.09.2010 | lesen...
Bildungszentrum ArcaAusstellung afrikanischer Kunst
01.09.2010 | lesen...
Zentralrat Sinti und RomaIntegration gefordert
30.08.2010 | lesen...
St. NikolaiHamburger Knabenchor wird 50
30.08.2010 | lesen...
Nordelbische KircheAltbischof Knuth wird 70 Jahre alt
30.08.2010 | lesen...
Margot Käßmann:"Sarrazins Äußerung menschenverachtend"
27.08.2010 | lesen...
Evangelische ZeitungGehorsam: Eine Gratwanderung
26.08.2010 | lesen...
Aktion "WunschNacht"Einmal auf dem Michel schlafen
25.08.2010 | lesen...
- Datum 18.09.2008
- Leserbrief E-Mail verschicken
- Artikel Drucken | PDF | empfehlen
Arme fotografieren Armut
Kiel. Unter dem Titel "Ungeschminkt" ist am Donnerstag in Kiel eine Ausstellung zur Armut eröffnet worden, für die Arme und Obdachlose selbst die Fotos geliefert haben. 02.09.2010 | lesen...
In Hamburg: China ganz nah
Hamburg. Zweieinhalb Wochen feiert Hamburg die "China Time 2010". Vom 9. bis 25. September stehen rund 200 Veranstaltungen auf dem Programm dieser Senatsinitiative, die 2006 gegründet wurde und in diesem Jahr bereits zum dritten Mal stattfindet. 02.09.2010 | lesen...
Maria Jepsen will Hamburg verlassen
Hamburg. Erstmals nach ihrem Rücktritt am 16. Juli hat sich die bisherige Hamburger Bischöfin Maria Jepsen (65) zu ihren Beweggründen geäußert. 01.09.2010 | lesen...
Kostenlose Pflege-Beratung
Hamburg. Die Hamburger Diakonie übernimmt die Hamburger Angehörigenschule in ihre Trägerschaft und sichert damit ihre Finanzierung. 01.09.2010 | lesen...